Als die Pflegeversicherung eingeführt wurde, musste entschieden werden, wer in welchem Umfang Leistungen bekommen kann. Dazu wurden drei Pflegestufen eingeführt. Es wurden politische Entscheidungen getroffen, um die Ausgaben zu begrenzen. Bei der Einstufung wird ein deutlicher Schwerpunkt auf den Bereich der Grundpflege gelegt.

Es wird berücksichtigt, was nötig ist, um Körperpflege, Kleidung, Toilettengänge, Nahrungsaufnahme und dazu benötigten Wege zu bewältigen. Hilfen bei der Freizeitgestaltung, allgemeine Beaufsichtigung und Betreuung, aber auch ärztlich verordnete Maßnahmen der häuslichen Krankenpflege spielen bei der Einstufung kaum eine Rolle.

Das wird in der Umgangssprache Pflegestufe 0 genannt:

  • Menschen, denen bei der Begutachtung eine „eingeschränkte Alltagskompetenz“ (siehe BRi, Seiten 40-1) bescheinigt wurde, können seit 2008 bis zu 2400 Euro pro Jahr für die Nutzung gerontopsychiatrischer Zusatzangebote in Anspruch nehmen – auch wenn ihnen nicht die Pflegestufe I zugesprochen wurde.
  • Besteht regelmäßiger Pflegebedarf ohne die Voraussetzungen der Pflegestufe zu erfüllen können auch die Beratungsbesuche (§ 37(3) SGB XI) in Anspruch genommen werden. In diesem Rahmen können Pflegefachkräfte, die sich vor Ort auskennen, oft nützliche Hinweise geben.
  • Die meisten stationären Pflegeeinrichtungen dürfen nur Menschen aufnehmen, denen im Gutachten des MDK bescheinigt wurde, dass eine vollstationäre Pflege erforderlich ist. Dies wird manchmal als Pflegestufe 0 oder „Heimbedürftigkeitsbescheinigung“ bezeichnet.

Kostenübersicht-Pflegestation:

Pflegestufe 0 [ab 01.05.2012]

Pflegekostenaufwendung 22,67 Euro
Verpflegung 6,67 Euro
Unterkunft 10,00 Euro
Kapitalkosten 14,11 Euro
Ausbildungsumlage 1,42 Euro
Gesamtkosten pro Tag  54,87 Euro 
Monatsbetrag 1.669,15 Euro